Tuesday, October 10, 2006

 
Sonar no cuesta nada

Der Krieg in Kolumbien hat auch seine kuriosen Seiten. So zum Beispiel diese Geschichte aus dem Jahre 2003, die den Stoff lieferte fuer einen Film, der im Moment hier in den Kinos laeuft: Sonar no cuesta nada - Traeumen kostet nichts.

Im April 2003 entdeckt eine Einheit der Kolumbianischen Armee im Dschungel der Provinz Caqueta ein verlassenes Camp der Guerilla. Im Urwaldboden haben die Guerilleros Geld versteckt. Die Soldaten stossen auf eine "guaca" im Wert von ungefaehr 40 Millionen US Dollar. Faesser voller 100 Dollar Scheinen, vergraben im Urwaldboden.

Es ist allgemein bekannt, dass die FARC Rebellen ueber unheimliche Geldreserven verfuegen. Das Geld stammt zum groessten Teil aus dem Drogenhandel. Es kommt vor, dass die Guerilleros keine Zeit oder keine Fahrzeuge haben, um alles Geld mitzunehmen, wenn sie gezwungen sind ihre Camps zu verlassen.

Das Ejercito findet dann jeweils das zurueckgelassene Geld. Die Einheiten sind verpflichtet, den Fund zu melden. Das Geld gehoert offiziell dem Staat.

Im Film entscheiden sich die Soldaten und ihre Vorgesetzten aber, nichts von der "guaca" zu sagen. Die Soldaten, welche knapp 200 Dollar im Monat verdienen, fuellen sich die Rucksaecke mit Geld. Ploetzlich sind die Jungs aus den armen Quartieren allesamt steinreich, jedoch im Urwald, weitab von der Zivilisation. Dies fuehrt zu einigen amuesanten Szenen... So bezahlt einer im Camp 500 Dollar fuer eine Rolle WC-Papier oder dann kauft einer fuer 1000 Dollar seinem Kollegen einen Taschenradio ab. Als kein Papier da ist, um Feuer zu machen, zieht jeder ein Haufen Scheine aus der Tasche und wirft sie in die Glut...

Es gelingt ihnen schliesslich, das Geld aus dem Urwald zu bringen. Kaum zurueck in der Zivilisation, fangen sie an, das Geld zu verprassen. Als jedoch wenig spaeter einige der Soldaten mit fabrikneuen Gelaendewagen und anderen Luxusartikeln zum Dienst einruecken, fliegt der Coup auf. Nur einigen wenigen gelingt es, etwas von dem Schatz zu verstecken.

In diesem Sommer fand der Prozess gegen die involvierten Soldaten statt. 53 Soldaten wurden verurteilt und muessen ins Gefaengnis.

Comments: Post a Comment



<< Home

This page is powered by Blogger. Isn't yours?