Thursday, October 05, 2006
Tour zum Nevado del TolimaIch war die letzten 3 Tage in den Bergen. Leider haben wir es aber nicht bis zum Gipfel geschafft. Wir hatten sehr schlechtes Wetter und waren darum gezwungen, 500 Meter unter dem Gipfel umzukehren. Es war aber
trotzdem ein tolles Erlebnis...
Am Freitag sind wir um 6 Uhr morgens mit einem Jeep aus Ibague losgefahren. Yovany ist einer meiner Schueler im Franzkurs. Er hat mir vor ein paar Wochen angeboten, mit mir die Tour zu machen. Sein Kollege Jesus kam auch mit. Er ist ein toller Typ und ich bin froh, dass ich mit den beiden die Tage zusammen sein konnte.
Zuerst wurden wir bis auf 2600 Meter hinaufgekarrt, wo die Strasse
endet. Danach wanderten wir zuerst eine Stunde lang durch ein Tal, bevor
die Steigung begann. In ca. 5 Stunden stiegen wir bis auf 4000 Meter, wo
wir campierten. Trotz der Hoehe war es recht angenehm. Wir kochten und
ruhten uns aus. In der Nacht war es ziemlich kalt. Ich schlief aber sehr
gut, mit der Hoehe hatte ich zum Glueck keine Probleme.
Um 1 Uhr morgens standen wir auf, assen etwas und um 2 Uhr liefen wir
los in Richtung Gipfel. Am Anfang ging es sehr gut. Es war sehr
eindruecklich, bei voelliger Dunkelheit durch diese karge Bergwelt zu
wandern. Man laeuft einfach bergauf, sieht aber nicht wohin. Um 5 Uhr,
auf ca. 4600 Meter schlug ploetzlich das Wetter um. Innert kuerzester
Zeit waren wir von Nebel eingehuellt und spaeter blies ein kraeftiger
Wind vom Gipfel herunter. Meine beiden Kollegen meinten, es sei so nicht
moeglich, den Gipfel zu erreichen. Wir setzten uns hinter einen grossen
Stein, um uns vor dem Wind zu schuetzten und warteten, in der Hoffnung,
dass da Wetter bald besser wird. Doch in dieser Kaelte haelt man es
nicht lange ohne Bewgung aus. Nach 10 Minuten entschieden wir,
abzusteigen. Kaum 100 Meter weiter unten war es schon wieder windstill
und warm, und niemand haette gedacht, dass es wieter ober derart
schwierig ist. So ist es halt in den Bergen, das Wetter ist sehr
unberechenbar.
Also stiegen wir wieder ab und um 7 Uhr waren wir zurueck beim Zelt. Wir
krochen wieder in den Schlafsack und schliefen bis am Mittag. Danach
kochten wir etwas und weil es schon zu spaet war, um abzusteigen,
verbrachten wir den ganzen Tag im Zelt. Das Wetter blieb schlecht und es
waere sehr schwierig gewesen, an diesem Tag den Gipfel zu erreichen.
Am Sonntagmorgen schien dann die Sonne, und endlich sah ich auch den
Gipfel des Nevado del Tolima. Wenigstens das!
Wir packten unser Zeugs zusammen und machten uns auf den Weg nach unten.
Durch dicken Regenwald, eingehuellt in Nebel, liefen wir zurueck zum
Ausgangpunkt. Nach einer abenteuerlichen Busfahrt kamen wir gestern um 6
Uhr wieder in Ibague an.